
Japandi 2027: So sieht der Stil jetzt aus
Japandi bleibt auch 2027, aber der Stil wird wärmer und persönlicher. Helle Eiche und kühles Weiß machen Platz für Nussbaum und dunkles Holz, cremige Töne und eine ruhige Akzentfarbe wie Salbei oder Aubergine. Die Formen werden voller, es mischen sich Einflüsse aus den 70ern dazu, und Textur wird genauso wichtig wie Farbe. Die Grundlage aus Ruhe, wenigen Dingen und natürlichen Materialien bleibt unverändert.
Was ändert sich 2027 am Japandi-Stil?
Japandi verbindet japanische Schlichtheit mit skandinavischer Gemütlichkeit. Wenn du die Grundlagen noch nicht kennst, lies zuerst unseren Japandi-Stil-Ratgeber. Hier geht es darum, was sich verschiebt. Trendbüros und Messen wie der Salone del Mobile und die Maison&Objet zeigen, dass Räume wärmer, voller und greifbarer werden. Japandi geht diesen Weg mit, ohne seine Ruhe zu verlieren. Das größere Bild findest du in unserem Überblick über die Wohntrends 2027.
| Bereich | Japandi bisher | Japandi 2027 |
|---|---|---|
| Holz | Helle Eiche, Esche, blanke Töne | Nussbaum und dunkle Eiche mit sichtbarer Maserung |
| Wände | Gebrochenes Weiß, Hellgrau, kühles Greige | Cremeweiß, warmes Beige und Taupe |
| Akzentfarbe | Keine, oder Schwarz als Kontrast | Eine gedämpfte Farbe: Salbei oder Aubergine |
| Formen | Klare Linien mit leicht abgerundeten Ecken | Vollere runde Formen, Bögen, skulpturale Gestelle |
| Metall | Mattschwarz | Bronze, Messing und gebürstetes Metall statt glänzendem Chrom |
| Textur | Glatt und einheitlich | Kontrast: Bouclé neben Holz, rauer Stein neben Glas |
| Stimmung | Leer und still | Ruhig, aber mit ein paar persönlichen Stücken |
| Einflüsse | Japanisch und skandinavisch | Dazu ein Hauch 70er |
Nussbaum und dunkles Holz übernehmen die Hauptrolle
Den größten Unterschied siehst du am Holz. Lange drehte sich Japandi um helle Eiche und fast weiße Töne, inzwischen greifen immer mehr Menschen zu Nussbaum und dunkel gebeizter Eiche. Dunkles Holz gibt einem Raum Tiefe und macht ihn abends gemütlicher. Weil die Maserung stärker hervortritt, wirkt es außerdem handwerklicher.
- Wähle ein großes Möbel in dunklem Holz als Anker, zum Beispiel das TV-Lowboard oder den Couchtisch. Halte den Rest des Raums heller.
- Arbeite mit höchstens zwei Holzarten pro Raum. Nussbaum neben heller Eiche funktioniert, weil der Unterschied klar ist. Zwei fast gleiche Brauntöne sehen schnell nach einem Versehen aus.
- Stell dunkles Holz vor eine helle, warme Wand. Auf Cremeweiß oder Sand kommt die Maserung am schönsten zur Geltung, vor Dunkelgrau verschwindet das Möbel.
- Wiederhole den Holzton in etwas Kleinem, etwa einem Spiegelrahmen, einer Ablage oder einer Schale. Dann steht das große Möbel nicht allein.

Cremige Farben und ein Akzent: Salbei oder Aubergine
Kühles Weiß und Hellgrau weichen Tönen mit mehr Wärme. PPG hat Country Soil (PPG15-30) zur Farbe des Jahres 2027 gewählt: ein warmes, volles Beige mit einem subtilen Taupe-Unterton und einem Hauch Grau. PPG beobachtet eine Verschiebung von kräftigen hin zu zurückhaltenden Farben. AkzoNobel, international mit der Marke Dulux bekannt, hat sich für Soulful Sage entschieden, einen hellen, sanften und silbrigen Salbeiton unter dem Motto Hello Lightness. Zu den passenden Trendfarben gehören unter anderem Sandy Beach, Urban Taupe und Mild Plum. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über die Farbtrends 2027.
Für Japandi heißt das: eine cremige Basis mit einer gedämpften Akzentfarbe. Salbei oder Erbsengrün halten es frisch, Aubergine oder Rote Bete machen es tiefer und wärmer.
- Eine praktische Aufteilung sind etwa 60 Prozent cremige Basis (Wände, Boden, große Stoffe), 30 Prozent Holz und Naturstein und 10 Prozent Akzentfarbe.
- Salbei passt zu heller Eiche und zu Nussbaum. Neben Nussbaum wirkt das Grün etwas wärmer und ruhiger.
- Aubergine kombinierst du am besten mit Nussbaum, Bronze und Cremeweiß. Neben sehr hellem Holz kann es schwer wirken.
- Wähle pro Raum eine Akzentfarbe. Salbei im Wohnzimmer und Aubergine im Schlafzimmer geht gut, beides im selben Raum wird unruhig.
- Lass den Akzent in Textilien und kleinen Dingen auftauchen: ein Kissen, eine Decke, ein Polsterbezug oder eine farbig gestrichene Nische.
Vollere Formen und ein Hauch 70er
Japandi hatte schon immer weiche Ecken, doch die Formen werden voller. Auf den Messen siehst du tiefere Sofas, skulpturale Couchtische, Bögen und runde Beine. Das passt zu den 70er-Einflüssen, die sich mit Japandi mischen: niedrige Möbel, warmes Holz, Bronze und ein Gefühl von kuratierter Nostalgie. Die Kunst besteht darin, es ruhig zu halten, damit es Japandi bleibt und kein Retrozimmer wird. Wie du runde Formen im ganzen Zuhause einsetzt, zeigen wir in unserem Artikel über runde Formen in der Einrichtung.
- Wähle ein skulpturales Stück pro Raum. Ein Couchtisch mit organisch geformtem Gestell und Glasplatte funktioniert gut: Das Gestell gibt die Form, das Glas hält den Raum leicht. Den organischen Couchtisch gibt es in Walnuss oder Eiche, in 90 x 65 oder 130 x 90 cm, jeweils mit einer asymmetrischen Platte aus gehärtetem Glas.
- Stell Rundungen neben ein paar gerade Linien. Ein tiefes rundes Sofa neben einem langen, niedrigen Möbel mit abgerundeten Ecken wirkt ruhiger als nur Bögen.
- Lass die 70er in Details stecken: Bronze oder Messing statt glänzendem Chrom, ein niedriger Sessel, eine Vase mit gestufter Form. Zwei oder drei solcher Details reichen.
- Ein Bogen an der Wand bewirkt viel. Ein Bogenspiegel aus Massivholz wie der Amélie Walnuss bringt Form und dunkles Holz auf einmal in den Raum.

Textur: vom Anschauen zum Fühlen
Trendbüros und Messen wie der Salone del Mobile und die Maison&Objet zeigen, dass es beim Wohnen mehr ums Fühlen als ums Anschauen geht. Materialkontraste spielen dabei eine große Rolle: weich neben hart, rau neben glatt, matt neben glänzend. Unvollkommenheit ist erlaubt, denk an unregelmäßige Keramik und sichtbare Holzmaserung. Und Licht gehört dazu, denn wie es auf eine Oberfläche fällt, bestimmt, wie das Material wirkt. Mehr Ideen findest du in unserem Beitrag über sinnliches Wohnen mit Materialien.
- Bring immer zwei gegensätzliche Materialien zusammen: einen Bouclé-Sessel neben einem glatten Holzmöbel, eine Steinvase auf Glas, einen Leinenvorhang neben einem Spiegel.
- Naturstein bringt Textur ohne Farbe. Travertin mit seinen Poren wirkt hell und weich, dunkler Marmor mit braunen Adern passt gut zu Nussbaum.
- Lass Licht flach an einer Wand oder einem Möbel entlangstreichen. Eine Stehleuchte am Boden oder ein Lichtband unter einem schwebenden Möbel macht Maserung und Relief sichtbar.
- Nutze einen Spiegel als glänzendes Element in einem sonst matten Raum. Er wirft Licht zurück und macht die Textur um ihn herum besser sichtbar.

So setzt du Japandi 2027 in jedem Raum um
Wohnzimmer
Beginne mit der größten Fläche, meist dem TV-Lowboard oder dem Sofa. Ein schwebendes Lowboard in Nussbaum bringt viel dunkles Holz in den Raum, ohne ihn schwer zu machen, weil der Boden darunter sichtbar bleibt. Das Miyoko hat abgerundete Ecken, ist 32 cm tief und 28 cm hoch und es gibt es in Nussbaum, Eiche und Taupe, in 180, 240 und 270 cm Breite. Wie hoch du es hängst, liest du in unserem Ratgeber Lowboard aufhängen, weitere Modelle im Japandi-TV-Möbel-Ratgeber.
- Wähle einen Couchtisch mit vollerer Form, in dunklem Holz oder mit Glasplatte. Tipps zu Größe und Abstand findest du im Couchtisch-Ratgeber.
- Leg Kissen und eine Decke in deiner Akzentfarbe auf ein Sofa in einem cremigen Ton.
- Entscheide dich für einen Teppich mit Relief statt einer glatten Fläche.
- Stell höchstens drei Objekte auf eine Fläche, zum Beispiel einen Bücherstapel, eine Vase und eine Schale.

Essbereich
Im Essbereich zählt vor allem die Stimmung bei Tisch. Dunkles Holz, ein ruhiger Akzent und warmes Licht reichen schon.
- Stühle müssen nicht aus derselben Holzart wie der Tisch sein. Ein Bezug aus Bouclé oder Leinen gibt einen weichen Kontrast zur glatten Tischplatte.
- Häng die Leuchte über dem Tisch so, dass das Licht auf die Platte fällt, und wähle warmweißes Licht.
- Bring den Akzent auf den Tisch: ein Läufer aus Leinen in Salbei oder Geschirr in Aubergine.
- Stell eine große Vase oder Schale in die Mitte statt vieler kleiner Dinge.
- Ein großer Spiegel an der Längswand verdoppelt das Licht am Abend und lässt einen kleinen Essbereich großzügiger wirken. Ein Rahmen in Nussbaum verbindet ihn mit dem übrigen Holz im Raum.
Schlafzimmer
Halte das Schlafzimmer zum ruhigsten Raum im Haus. Cremige Wände, Bettwäsche aus Leinen oder Baumwolle und ein Akzent im Bett, etwa ein Bezug in Salbei oder eine Decke in Aubergine. Für den Abend funktioniert sanftes, niedriges Licht besser als eine Deckenleuchte. Der Lumi verbindet einen ovalen Spiegel von 80 x 35 cm mit warmer LED-Beleuchtung rundum, einem 100 cm hohen Paneel aus Walnussholz und einer schwebenden Ablage von 100 cm aus demselben Holz.
- Wähle niedrige Nachttische und lass so viel Boden wie möglich frei.
- Verwende höchstens zwei Holzarten: die des Bettes und die der kleinen Möbel.
- Lass die Akzentfarbe nur an einer Stelle auftauchen, sonst geht die Ruhe verloren.

Flur
Der Flur ist oft klein und dunkel, deshalb leistet ein Spiegel hier die meiste Arbeit. Ein runder oder ovaler Spiegel mit breitem Holzrahmen bringt Licht, Form und Holz auf einmal in den Raum. Mit einer Ablage darunter hast du gleich einen Platz für Schlüssel.
- Der Lila ist ein liegender ovaler Wandspiegel von 110 x 70 cm mit breitem Massivholzrahmen und einer schwebenden Ablage von 100 cm aus demselben Holz.
- Häng Wandleuchten in Bronze oder Messing neben den Spiegel statt einer grellen Deckenleuchte.
- Streich die Wand in warmem Beige oder Taupe. In einem schmalen Flur wirkt das weniger kühl als Weiß.
- Wenig Tageslicht? Eine Kunstpflanze bringt Grün in den Flur, ohne Pflege zu brauchen.


Miyoko TV-Lowboard
Schwebend, abgerundete Ecken, in Nussbaum, Eiche und Taupe.

Organischer Couchtisch
Asymmetrische Glasplatte auf skulpturalem Gestell, Walnuss oder Eiche.

Amélie Walnuss
Handgefertigter Bogenspiegel aus Massivholz, 180 x 100 cm.

ELIN
Runder Wandspiegel mit Holzrahmen, 70 cm.
Welcher Holzspiegel zu deinem Raum passt, erklären wir ausführlich im Japandi-Holzspiegel-Ratgeber.
Häufige Fragen
Ist Japandi 2027 noch im Trend?
Ja. Die Basis aus Ruhe, wenigen Dingen und natürlichen Materialien bleibt. Der Stil wird aber wärmer und persönlicher, mit mehr dunklem Holz, cremigen Farben, volleren Formen und mehr Textur.
Welche Farben passen 2027 zu Japandi?
Eine cremige Basis aus warmem Weiß, Sand, Beige und Taupe, ergänzt durch eine gedämpfte Akzentfarbe. Salbei passt zu einer frischen Stimmung, Aubergine oder Rote Bete zu einer tieferen und wärmeren.
Passt Nussbaum zu Japandi?
Ja. Nussbaum gibt Japandi mehr Tiefe und Wärme als helle Eiche. Stell ihn vor eine helle, warme Wand und wiederhole den Holzton in einem kleinen Detail, etwa einem Spiegelrahmen oder einer Ablage.
Wie mache ich ein bestehendes Japandi-Zuhause wärmer, ohne alles auszutauschen?
Fang klein an: Streich eine Wand in warmem Beige oder Taupe, ergänze einen Spiegel oder eine Ablage in dunklem Holz, leg Kissen oder eine Decke in Salbei oder Aubergine dazu und stell ein Objekt aus Naturstein oder Keramik auf.




